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Kooperationsvereinbarung

für die Wahlperiode 2026–2032 im Stadtrat Kaufbeuren

 

zwischen

 

der CSU-Fraktion,

der Fraktion der Freien Wähler

und der Kaufbeurer Initiative

 

 

Präambel

Die unterzeichnenden Fraktionen vereinbaren für die Wahlperiode 2026–2032 eine verlässliche und verbindliche Zusammenarbeit im Stadtrat der Stadt Kaufbeuren.

Ziel dieser Zusammenarbeit ist eine stabile politische Führung, die auf bürgerlich-konservativen Grundwerten, wirtschaftlicher Vernunft, kommunaler Verantwortung und dem Prinzip der Subsidiarität basiert. Gemeinsam tragen die Partner Verantwortung für eine nachhaltige Entwicklung der Stadt, die Sicherung von Arbeitsplätzen sowie den Erhalt und Ausbau der Lebensqualität für die Bürgerinnen und Bürger Kaufbeurens.

 

§1 Grundsätze der Zusammenarbeit

Die Partner verpflichten sich zu einer vertrauensvollen, offenen und verlässlichen Zusammenarbeit.

Entscheidungen von grundsätzlicher Bedeutung werden gemeinsam abgestimmt.

Ziel ist die Sicherstellung stabiler Mehrheiten im Stadtrat, insbesondere bei Haushalts-, Infrastruktur- und Grundsatzentscheidungen.

Unterschiedliche Positionen werden intern erörtert und nach Möglichkeit einvernehmlich gelöst.

Um die großen Herausforderungen, die auch durch nationale und internationale Einflüsse bestimmt werden, zu meistern, wird die kommunale Ebene künftig noch stärker mit der Bundes- und Landesebene zu verzahnen sein. Mit Stephan Stracke im Bundestag und Bernhard Pohl im Bayerischen Landtag verfügt der Kaufbeurer Stadtrat über zwei einflussreiche Politiker, deren Erfahrung und Verbindungen genutzt werden können. CSU und Freie Wähler arbeiten auf Landesebene seit über sieben Jahren erfolgreich zusammen.

 

§2 Haushalts- und Finanzpolitik

Die Partner verfolgen eine konsequent solide Haushaltspolitik ohne strukturelle Neuverschuldung.

Die Haushaltslage der Stadt ist zu stabilisieren und zu konsolidieren. Die Gestaltungsspielräume müssen durch konsequente Disziplin bei den Ausgaben und der Einnahmenerzielung erweitert werden.

Investitionen werden nach Priorität, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit gesteuert.

Vorrang haben Maßnahmen zur Stärkung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und der kommunalen Daseinsvorsorge.

Die Verwaltung wird zu Effizienzsteigerungen und konsequenter Aufgabenkritik angehalten.

 

§3 Wirtschaft und Standortentwicklung

Kommunale Wirtschaftsförderung zur Schaffung von Arbeitsplätzen hat Priorität.

Die Partner bekennen sich zu einer aktiven, wirtschaftsfreundlichen Standortpolitik.

Aktuell anstehende große Ansiedlungsprojekte in Kaufbeuren werden gemeinsam unterstützt und politisch begleitet. Genehmigungs- und Planungsverfahren werden beschleunigt und praxisnah ausgestaltet.

Die Entwicklung und Bereitstellung von Gewerbeflächen werden aktiv vorangetrieben.

Digitale Infrastruktur und Rahmenbedingungen werden gezielt weiterentwickelt.  Bürokratieabbau und Bürokratievereinfachung werden angestrebt.

 

§4 Infrastruktur und Verkehr

Die Partner unterstützen ausdrücklich den 4-spurigen Ausbau der B12 als zentrales Infrastrukturprojekt für die Region. Gleiches gilt auch für die Verbesserung der Bahn-Infrastruktur. Im Rahmen verfügbarer Haushaltsmittel setzen wir beim Erhalt und Ausbau städtischer Verkehrswege Prioritäten.

Maßnahmen zur Verbesserung der Erreichbarkeit der Innenstadt werden umgesetzt.

Ergänzend werden wirtschaftlich tragfähige Angebote im öffentlichen Nahverkehr weiterentwickelt.

 

§5 Kommunale Daseinsvorsorge

Die Partner bekennen sich zur kommunalen Trägerschaft der Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren. Ziel ist die Sicherung einer hochwertigen und wohnortnahen medizinischen Versorgung sowie die wirtschaftliche Stabilität der Einrichtungen. Die Partner bekennen sich zur VWEW GmbH als kommunalem Versorgungsunternehmen. Die kommunale Energieversorgung wird wirtschaftlich, sicher und zukunftsfähig weiterentwickelt.

 

§6 Wohnen und Stadtentwicklung

Die Schaffung von Wohnraum, insbesondere zur Eigentumsbildung, sowie bezahlbarer Mietwohnungsbau wird aktiv gefördert. Planungs- und Genehmigungsverfahren werden beschleunigt. Kaufbeuren bleibt auf Wachstumskurs! Wir erwarten eine jährliche Steigerung der Einwohnerzahl um ca. 1%. Dafür sind die Rahmenbedingungen, insbesondere auch die Ausweisung neuer Baugebiete, Nachverdichtung und intensive Flächennutzung, auch durch höhere Bauwerke erforderlich. Soweit möglich räumen wir der Innenentwicklung Kaufbeurens Vorrang vor der Außenentwicklung ein.

 

§7 Sicherheit, Ordnung und Lebensqualität

Sicherheit und Ordnung im öffentlichen Raum sind zentrale politische Ziele.

Maßnahmen gegen Vandalismus und Verwahrlosung werden konsequent umgesetzt.

Sauberkeit und Pflege des Stadtbildes werden nachhaltig verbessert.

 

§8 Verlässlicher Partner der Bundeswehr

Kaufbeuren ist und bleibt ein verlässlicher Partner der Bundeswehr. Wir unterstützen aktiv Pläne zum Aufwuchs und zur Sicherung des Standorts. Dies gilt auch für den möglichen Aufbau zivil-militärischer Kooperationen mit der Wirtschaft.

 

§9 Familie, Bildung und Gesellschaft

Die Partner sichern ein bedarfsgerechtes Angebot an Kinderbetreuung.

Schulen und Bildungsangebote werden praxisnah weiterentwickelt.

Ehrenamt, Vereine und Brauchtum werden aktiv unterstützt.

Wir unterstützen auch die bestehende Hochschule für öffentliche Finanzen und die Errichtung eines Hochschul-Campus. Gleichermaßen streben wir die weitere Ansiedlung von Wissenschafts-, Hochschul- und Forschungseinrichtungen in unserer Stadt an.

 

§10 Stadtmarketing

Kaufbeuren ist eine Sport- und Kulturstadt mit vielen Stärken. Wir müssen dies im Interesse der Verbesserung der Zentrumsfunktion, Wirtschaftskraft und Anziehungskraft für Neubürger weiterentwickeln. 

Im Zentrum steht die aktive Vermarktung Kaufbeurens als urbanes Zentrum: leistungsstark, weltoffen, wirtschaftsfreundlich und lebenswert!

Damit verbunden ist auch eine Fortentwicklung des Kulturstandorts ebenso wie die Förderung des Breiten- und Spitzensports.

 

§11 Umwelt und Energie

Umwelt- und Klimaschutz erfolgen mit Augenmaß und unter Berücksichtigung wirtschaftlicher Tragfähigkeit. Erneuerbare Energien werden technologieoffen gefördert.

Belastungen für Bürger und Unternehmen sind auf ein vertretbares Maß zu begrenzen.

 

§12 Zusammenarbeit mit dem Landkreis und dem Umland

Kaufbeuren ist und bleibt eine kreisfreie Stadt, umgeben vom Landkreis Ostallgäu. Wir stehen zu einer intensiven Zusammenarbeit mit dem Landkreis auf Augenhöhe. Wir sind ein gemeinsamer Wirtschafts- und Lebensraum und wollen damit Synergien im Interesse beider Gebietskörperschaften nutzen.

Wir bekennen uns auch zu einer partnerschaftlichen Kooperation mit den Umlandgemeinden. Auch hier streben wir die Nutzung von Synergien, beispielsweise die Schaffung interkommunaler Gewerbegebiete an.

 

§13 Bürgertransparenz und -partizipation

Die Partner bekennen sich zu einer transparenten und nachvollziehbaren Kommunalpolitik. Die Information der Öffentlichkeit über wesentliche Vorhaben wird gestärkt. Ziel ist es, die Einbindung der Bürgerschaft zu verbessern und das Vertrauen in die kommunale Selbstverwaltung nachhaltig zu stärken.

 

§14 Organisation der Zusammenarbeit

Es finden regelmäßige Koordinierungsgespräche der Partner statt. Vor wichtigen Sitzungen des Stadtrates erfolgt eine Abstimmung der Positionen. Die Partner streben ein einheitliches Abstimmungsverhalten in zentralen Fragen an. 

Grundlegende Zielsetzung, Organisation der Zusammenarbeit:

Unser Bündnis fühlt sich den Zielen

• Raum für Freiheit und Demokratie,

• Kampf gegen Extremismus von rechts und links sowie

• dem Zusammenhalt der Stadtgesellschaft verpflichtet.

Daneben finden regelmäßige Koordinierungsgespräche der Partner statt. Vor wichtigen Sitzungen des Stadtrates werden die Fraktionen ihre Position klären und abstimmen.

Die Partner vereinbaren, für ihr Abstimmungsverhalten im Plenum und den Ausschüssen auf ein einheitliches Abstimmungsverhalten in Grundsatzfragen hinzuwirken. Es betrifft insbesondere die Haushaltssatzungen, fundamentale Beschlüsse mit erheblichen finanziellen Auswirkungen, Personalangelegenheiten und Ansiedlung von Wirtschaft und Infrastruktur.

Eine inhaltliche Zusammenarbeit mit den Gruppierungen von extrem rechts oder extrem links lehnen die Partner ab. Von diesen Kräften grenzen sich die Partner klar ab. 

 

§15 Konfliktregelung

Meinungsverschiedenheiten werden zunächst intern und vertraulich behandelt.

Ziel ist stets eine einvernehmliche Lösung.

Kann keine Einigung erzielt werden, bleibt das Recht auf abweichendes Abstimmungs-verhalten in begründeten Einzelfällen unberührt.

 

§16 Laufzeit und Schlussbestimmungen

Diese Vereinbarung gilt für die Wahlperiode 2026–2032.

Änderungen oder Ergänzungen bedürfen der Zustimmung aller Partner.

Die Vereinbarung tritt mit Unterzeichnung in Kraft.

 

 

Kaufbeuren, den 07.05.2026

 

Die FREIEN WÄHLER Kaufbeuren bedanken sich bei allen Wählern, Unterstützern, Helfern und Kandidaten! In der kommenden Stadtratsperiode werden erneut die amtierenden Stadträte Bernhard Pohl, Dr. Ulrike Höhne-Wachter, Peter Kempf und Michael Martin vertreten sein. Neu im Gremium ist Daniel Oppolzer. Die FREIEN WÄHLER bedanken sich auch bei den scheidenden Stadträten Bernadette Glückmann und Karl Eichinger.

Das vollständige Wahlergebnis sowie weitere Informationen finden Sie hier: wahlen.osrz-akdb.de/sw-p/762000/1/20260308/gemeinderatswahl_gemeinde/index.html

Frankenried – „Deutliche Worte zum Nachdenken, Hintergrundinformationen und Starkbier“: Das versprach die Einladung zum alljährlichen Ascherdonnerstag der Freien Wähler in diesem Jahr. 

Die Besucher konnten sich im gut gefüllten Saal des Gasthauses „Zum Goldenen Schwanen“ in Frankenried davon überzeugen, dass die Veranstalter damit nicht zu viel versprochen hatten. Das Redner-Ensemble, bestehend aus Susen Knabner, Vorsitzende der Freien Wähler Ostallgäu und ehemalige Landesvorsitzende der Bayerischen Wirtschaftsjunioren, Tobias Gotthardt, Staatssekretär für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, Bernd Stapfner, Landratskandidat für das Ostallgäu, und Bernhard Pohl, der Erste Stellvertretende Fraktionsvorsitzende der FW-Landtagsfraktion, sorgten dabei im politischen Teil der Veranstaltung für Stimmung. Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung wie gewohnt von der Blasmusik Mauerstetten. 

Armin Holderried, Bürgermeister von Mauerstetten, betonte als Hausherr nicht nur, dass in seiner Amtszeit seine Gemeinde in den fetten Jahren die Chance genutzt und klug investiert hatte, wovon man in den jetzt angebrochenen mageren Jahren zehren könne. Er sorgte auch später dafür, dass beim Anzapfen des Starkbierfasses nicht allzu viel Bier verloren ging.

Susen Knabner betonte, wie wichtig eine funktionierende Wirtschaft für das Wohlergehen eines Landes, einer Region, einer Kommune sei. „Wirtschaft schafft Arbeitsplätze und Lebensqualität – daher müssen wir die richtige Grundlage für die Unternehmen schaffen.“ Schließlich legte sie dar, warum Bernd Stapfner in Zukunft der richtige Landrat für das Ostallgäu ist, und gab der Hoffnung Ausdruck, dass sich ihre Vision von drei Hand in Hand arbeitenden FW-Landräten im Allgäu erfüllen möge. 

Im Anschluss präsentierte Bernd Stapfner seine Agenda als Landratskandidat. „Mittelstand muss Chefsache sein!“ machte Stapfner deutlich. Die Stärkung des Mittelstands sieht er als zentrale Aufgabe. Er kündigte eine bürgernahe und unternehmerfreundliche Verwaltung mit weniger Bürokratie und mehr Digitalisierung an, sollte er zum Landrat gewählt werden. Auch den Landwirten sicherte er seine Unterstützung zu. Er wolle als Landrat nicht Ordnungsbehörde, sondern vorrangig Partner sein. „Die Landwirtschaft sichert die Ernährung unserer Bevölkerung und trägt durch die Pflege der Kulturlandschaft entscheidend zur Schönheit des Ostallgäus bei, Grundlage für den heimischen Tourismus“, erläuterte Stapfner. Als Polizeibeamter in leitender Funktion machte er aber auch klar, dass es bei der Sicherheit der Bevölkerung keine Abstriche geben werde. Das sei nicht verhandelbar. Als langjähriger Vorsitzender eines Veteranenvereins stehe das Ehrenamt als Kit unserer Gesellschaft im Mittelpunkt. Er werde im Übrigen auch viel Zeit bei den Bürgern und Bürgermeistern, dafür weniger in seinem Amtszimmer verbringen. Als amtierender zweiter Bürgermeister einer kleinen Gemeinde wisse er, wie wichtig der direkte Draht vor Ort sei. 

Mit dem Zitat von Ludwig Erhard „Freiheit in Verantwortung“ leitete Wirtschafts-Staatssekretär Tobias Gotthard seine zündende und mit Szenenapplaus bedachte Rede zur Entbürokratisierung ein. Vertrauen sei hierfür das Schlüsselwort: In die Wirtschaft, in den Staat und in einen Gesetzesvollzug mit Augenmaß, ohne die Umsetzung von oben bis ins kleinste Detail zu reglementieren. „Wir nehmen in der Bayerischen Staatsregierung Entbürokratisierung ernst! Da wird es natürlich Widerstände geben, es muss aber gemacht werden. Der Freistaat hat von über 3500 Ausführungsvorschriften zum Gesetzesvollzug bereits 1119 gestrichen“, bilanzierte er.

Gotthard, früher selbst als Referent in Brüssel tätig, bezeichnete sich als glühenden Europäer, aber: „Wir müssen als Vertreter des Freistaats Bayern in Berlin und Brüssel noch deutlicher werden. Statt gute Miene zum bösen Spiel brauchen wir eine klare Kommunikation. Was Mist ist, muss weg! Das geht mit dem europäischen Vergaberecht los. Selbst bei der Landeshauptstadt München bewirbt sich bei normalen Ausschreibungen fast nie ein ausländisches Unternehmen. Es kann auch nicht sein, dass ich einem Unternehmen im Ostallgäu keine Investitionsförderung geben kann, weil es mehr als 250 Mitarbeiter hat, während in Osteuropa der Staat mit 40% und mehr fördert. Damit schaffen wir keine neuen Arbeitsplätze, wir verlagern sie nur weg von Bayern. Damit verschieben wir Wirtschaftskraft zu unseren Lasten, das geht so nicht weiter!“ wurde Gotthard deutlich.

Gotthard sprach sich nachdrücklich für die Stärkung der Kommunen aus. Er lobte Bernhard Pohl als „Säule für einen starken Haushalt im Bayerischen Landtag“ und wies darauf hin, dass der Freistaat die Mittel für die Kommunen noch einmal kräftig erhöht habe.

Zudem stellte Gotthardt die Forderungen auf, dass Leistung wieder stärker zu belohnen sei, dass anstelle einer Tageshöchstarbeitszeit eine Wochenhöchstarbeitszeit eingeführt werden solle und dass der Staat „die Finger von der Besteuerung von Überstunden lassen“ müsse. Die Besteuerung von vererbten Immobilien und Unternehmen sei ein Unding, weil die Erblasser das alles schon einmal versteuert hätten. Für die Rückkehr Deutschlands an die wirtschaftliche Weltspitze sei außerdem erschwingliche Energie wesentlich, daher sei das Ziel, den Strompreis in den nächsten drei Jahren zu halbieren. Last, but not least, distanzierte auch er sich von radikalen Kräften und sprach sich für Zusammenarbeit in der Mitte aus. 

Bernhard Pohl als heimischer Landtagsabgeordneter hatte das letzte Wort vor dem Starkbieranstich. Er berichtete aus den Verhandlungen mit den kommunalen Spitzenverbänden, bei denen er auf Seiten des Freistaats mit am Tisch sitzt. „Wir haben zwei Drittel der zu erwartenden Defizite der Bezirke noch obendrauf gelegt, um Erhöhungen der Bezirksumlage zu vermeiden. Kaum war die Tinte trocken, kamen aber neue Schreckensmeldungen aus den sieben bayerischen Bezirken. So kann es nicht weitergehen! Der Bund muss das Bundesteilhabegesetz reformieren, damit die Kostenspirale endlich gebremst wird. Ansonsten fahren wir das System an die Wand“, wurde er deutlich. Er kündigte an, gemeinsam mit den kommunalen Spitzenverbänden nach Berlin zu fahren und die Abgeordneten ganz persönlich mit der Misere zu konfrontieren. Er verwies darauf, dass die Freien Wähler bei der Stärkung der Heimatregionen in Bayern gut vorankommen. Davon profitierten auch die Kommunen. Ein Lob hatte er für Mauerstettens Bürgermeister Armin Holderried parat. Er und sein Vorgänger Alexander Müller hätten Herausragendes bei der Entwicklung der Gemeinde Mauerstetten geleistet. Sie sei eine Vorzeigekommune im Ostallgäu. Er wünschte sich ein deutliches Ergebnis für eine Wiederwahl von Stefan Bosse und einen klaren Mandatszuwachs für seine Freien Wähler im Stadtrat. „In schwierigen Zeiten braucht es ein starkes Führungsteam. Stefan Bosse und ich sind hierzu bereit. Wir brauchen dazu aber auch stabile Mehrheiten, also eine starke Stadtratsfraktion der Freien Wähler.“ Er plädierte auch für eine Wahl von Bernd Stapfner, damit er endlich auch gemeinsam und auf Augenhöhe mit dem Landrat die Themen des Ostallgäus anpacken können. Die Vorgängerin habe den Kontakt leider nie gesucht.

Mit einem Lob für Staatssekretär Tobias Gotthard, der sich aktuell gemeinsam mit Bernhard Pohl und Stefan Bosse um die Ansiedlung eines größeren Unternehmens in Kaufbeuren bemüht, und mit dem er in Paris bei der Luft- und Raumfahrtausstellung insgesamt 35 Firmenbesuche absolviert hat, schloss er seine Rede. Mit frisch angezapftem Starkbier leitete er zum gemütlichen Teil des Abends über.

Am 24. November 2025  haben die Freien Wähler Kaufbeuren im Gasthof Engel in Oberbeuren ihre Stadtratskandidatinnen und -kandidaten für die Kommunalwahl am 8. März 2026 nominiert. Die Wahlleitung hatte Stadtrat Peter Kempf übernommen.

Nach der Begrüßung durch MdL Bernhard Pohl, dem Vorsitzenden der Freien Wähler Kaufbeuren und der FW Stadtratsfraktion, hatten die Kandidatinnen und Kandidaten Gelegenheit, sich kurz vorzustellen. Die Liste wurde anschließend einstimmig dem Vorschlag entsprechend angenommen. 

Die Liste enthält zu den 40 Kandidaten auch 2 Ersatzkandidaten/Nachrücker - insgesamt lauter hoch motivierte, engagierte Menschen aller Altersklassen (über ein Viertel davon unter 40 Jahren), aus allen Ortsteilen Kaufbeurens und mit einer vielfältigen beruflichen Bandbreite, die sich für Kaufbeuren einsetzen wollen. Angeführt wird die Liste von dem Landtagsabgeordneten Bernhard Pohl sowie den übrigen amtierenden Stadträten. Dazu kommt eine Reihe von neuen Köpfen. Sie alle sind mehr als bereit, sowohl ihre Kompetenz und Erfahrung als auch neue Ideen und Impulse zum Wohl der Stadt einzubringen. 

Die Freien Wähler sind überzeugt, dass ihre Arbeit der letzten sechs Jahre im Stadtrat die Stadt voran gebracht hat. Unter anderen seien hier folgende von den Freien Wählern eingebrachte und umgesetzte Anträge genannt: Kostenfreies Parken am Samstag im Parkhaus Kunsthaus mit dem Ziel, die Attraktivität Kaufbeurens als Einkaufsstadt zu steigern, sowie das Anbringen der Wappen am Gablonzer Haus. Dazu kommen Initiativen zur Realisierung des B12 Ausbaus, zur Sicherung und Weiterentwicklung des Bundeswehrstandorts, zur Ansiedlung zukunftsträchtiger Unternehmen, zur Intensivierung des Wohnungsbaus in KF. Die Schaffung bezahlbaren Wohnraums in einer wachsenden Stadt ist eines der Kernanliegen der Freien Wähler. Und natürlich haben die Freien Wähler ihre Kompetenz bei der notwendigen Haushaltskonsolidierung in schwierigen Zeiten eingebracht. Ein großer Vorteil für die Stadt ist der Einfluss im Landtag durch Bernhard Pohl. „Mir ist es gelungen, gemeinsam mit Oberbürgermeister Stefan Bosse Stabilisierungshilfen des Freistaats Bayern in Höhe von insgesamt 4,5 Millionen Euro für Kaufbeuren an Land zu ziehen", stellt er fest. 

Mit ihrer Liste unterbreiten die Freien Wähler den Bürgerinnen und Bürgern Kaufbeurens nun einen guten Vorschlag auch für die Zukunft. 

Das ist die Liste der Freien Wähler Kaufbeuren für die Stadtratswahl 2026:

1. Bernhard Pohl, MdL, Rechtsanwalt, Stadtrat

2. Peter KempfLeitender Oberstudiendirektor a.D., Stadtrat

3. Dr. Ulrike Höhne-WachterApothekerin, Stadträtin

4. Charly EichingerPolizeibeamter i.R., Stadtrat

5. Volker KollmederMaschineneinsteller, Reiseverkehrskaufmann

6. Daniel OppolzerFahrlehrer

7. Michael MartinGastronom, Hotelbetriebswirt, Stadtrat

8. Jons MenzelSelbstständiger Kaufmann

9. Uli WiedemannKonditormeister

10. Alexander FolterLeiter der Intralogistik (Umformtechnik)

11. Florian Horendwissenschaftlicher Mitarbeiter Abgeordnetenbüro

12. René WestermayrUnternehmer

13. Ulrike LandgrafLehrerin, Qualifizierte Beratungslehrerin

14. Eva BreyWirtschaftsinformatikerin, EDV und DaF/DaZ-Lehrkraft

15. Annette KohlbauerErzieherin

16. Ingrid ZascheIT-Angestellte i. R., Journalistin

17. Felix MartinPhotovoltaik Fachberater

18. Stefanie HolyBankbetriebswirtin; Gesundheitspraktikerin

19. Christian SchelbVersicherungskaufmann

20. Eva FolterProjektmanagement

21. Fabio FohryZerspannungsmechaniker,

22. Thorsten KrügerPhysiotherapeut

23. Christian KönigspergerDiplom Kaufmann (univ.), international tätig

24. Dr. Tobias LangerLandwirtschaftsdirektor, Molkereiwirtschaft KE

25. Alex FuchsFirmenberater Sparkasse

26. Michael SauterStudent

27. Gracia SchwierenUnternehmerin Personenbeförderung

28. Sebastian KönigspergerStudent

29. Argyrios GkizdimidisGastronom

30. Wolfgang HawelDiplomsozialpädagoge

31. Kristina Svetlov, Chief Marketing Officer

32. Lisa SchmidleGastronomin,

33. Jürgen MichelKaufmann

34. Gregor ZascheDiplombraumeister

35. Lino PanuccioImmobilien Projektentwicklung

36. Brigitte AllgayerKrankenschwester

37. Inge Fehrmann, Friseurmeisterin und Mitglied des Berufsschul-Lehrerverbandes i.R.,

38. Ralf WachterFinanzberater / Versicherungsmakler

39. Richard DrexlOberst a.D. / Autor

40. Dr. Roland ZascheArzt i.R.

Nun haben auch die Freien Wähler Nägel mit Köpfen gemacht und Stefan Bosse einstimmig zu ihrem Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl am 8. März 2026 nominiert. Bosse geht damit als gemeinsamer Kandidat von Freien Wählern und CSU ins Rennen. 

Den Grundstein für die Zusammenarbeit haben Freie Wähler und CSU bereits im März gelegt. Nach einer Reihe von Vorgesprächen haben beide Gruppierungen im Juli verkündet, in der kommenden Stadtratsperiode eine Zusammenarbeit anzustreben und gemeinsam für eine Wiederwahl des amtierenden Oberbürgermeisters Stefan Bosse zu kämpfen. Bei der Veranstaltung in Oberbeuren sollte nun die Absichtserklärung auch formell von den anwesenden Mitgliedern bestätigt werden. 

Bereits die Grußworte zur Nominierungsversammlung atmeten den Geist des angestrebten Bündnisses. Die Vorsitzende der CSU in Kaufbeuren, Julia von Stillfried, appellierte dabei an die Gemeinsamkeiten und positionierte sich deutlich gegen Spaltung und Extremismus. Die gemeinsame Nominierung eines Kandidaten sei ein wichtiges Zeichen der Stabilität für Kaufbeuren. Peter Kempf, Vorsitzender der FREIE WÄHLER-Stadtratsfraktion, unterstrich dies: „Die Schnittmengen zwischen Freien Wählern und CSU waren bereits in den letzten Jahren sichtbar, man arbeitet bereits lange im Kaufbeurer Stadtrat zusammen, auch wenn nicht jeder Antrag auf Zustimmung gestoßen ist. Auf dieser Grundlage wollen wir künftig eng und vertrauensvoll mit unserem Partner zum Wohle der Stadt Kaufbeuren zusammenarbeiten.“ Jons Menzel, zweiter Vorsitzender der FREIEN WÄHLER Kaufbeuren, unterstrich ebenfalls die besondere Signalwirkung eines gemeinsamen Kandidaten. Man vereine mit zwei starken Stadtratslisten und einem erfahrenen OB-Kandidaten Stabilität und Kreativität.

Der Landtagsabgeordnete und Vorsitzende der FREIEN WÄHLER Kaufbeuren, Bernhard Pohl, blickte in seiner Rede zurück: „Nach seiner ersten Wahl 2004 bin ich auf Stefan Bosse zugegangen und habe ihm eine konstruktive Mitarbeit der Freien Wähler angeboten. Das hat auf politischer Ebene unterschiedlich gut geklappt. Persönlich haben wir uns aber mindestens wertgeschätzt und wussten, wir konnten uns immer aufeinander verlassen. Vor der letzten Kommunalwahl hatte ich den Eindruck, Stefan Bosse habe nicht mehr den notwendigen Elan, die Stadt erfolgreich zu führen. Der OB hat mich eines Besseren belehrt. Beginnend mit einem exzellenten Krisenmanagement bei Corona spüre ich: Stefan Bosse brennt wie am ersten Tag für seine Heimatstadt und verfügt jetzt zusätzlich über langjährige Erfahrung. Momentan spüren wir in Kaufbeuren ganz besonders schwierige Herausforderungen, insbesondere beim Haushalt. Da müssen die stärksten Kräfte zusammenwirken, und das sind nun einmal Freie Wähler und CSU. Stefan Bosse im Rathaus und ich im Bayerischen Landtag und meiner Scharnierfunktion im Stadtrat können Kaufbeuren voranbringen.“

Bei seiner Vorstellung beleuchtete Oberbürgermeister Stefan Bosse die Herausforderungen der vergangenen Jahre auf.  Natürlich habe es mit den Freien Wählern und auch mit Bernhard Pohl zeitweise Rivalitäten gegeben. Durch die Koalition von CSU und Freien Wählern im Bayerischen Landtag und der Staatsregierung sei eine Zusammenarbeit auch intern besser vermittelbar gewesen. Mit Bernhard Pohl habe er einen Kämpfer in München, der gut vernetzt ist. Er habe auch aus Kreisen der Staatsregierung schon zustimmende Worte zu der geplanten Zusammenarbeit in Kaufbeuren erhalten.

Stefan Bosse schwor die anwesenden Mitglieder der FREIEN WÄHLER zugleich auf die kommenden Herausforderungen ein. Die Kommunalfinanzen seien in der größten Krise seit dem zweiten Weltkrieg. Diese mache auch vor Kaufbeuren keinen Halt. Man müsse sich also auf die Gemeinsamkeiten konzentrieren und dann kreative Lösungen für die vorhandenen Probleme finden. Mit Zuversicht blicke er in die nächsten sechs Jahre, die zwar auch geprägt würden von schwierigen Entscheidungen, aber auch den Nährboden für Innovation und Transformation liefern könnten.

Die Abstimmungen des Abends lieferten dann ein klares Signal und erfreuliche Ergebnisse: Sowohl der Beschluss für einen gemeinsamen Oberbürgermeisterkandidaten als auch die Wahl des Kandidaten Stefan Bosse waren einstimmig. 42:0 bei der CSU und 30:0 bei den Freien Wählern, Traumergebnisse für den Amtsinhaber!

Damit steht nun fest: Stefan Bosse ist der gemeinsame OB-Kandidat von CSU und FREIEN WÄHLERN.

In seiner kurzen Dankesrede machte der amtierende Oberbürgermeister klar: „Jetzt geht’s los! Beide müssen jetzt anpacken und zeigen, dass diese Zusammenarbeit das Beste für Kaufbeuren ist“.

FREIE WÄHLER und CSU in Kaufbeuren haben ein neues Kapitel aufgeschlagen: Wir bündeln unsere Kräfte in herausfordernden Zeiten und ziehen gemeinsam an einem Strang. Das bedeutet:

  • Stefan Bosse zieht als gemeinsamer OB-Kandidat von FREIEN WÄHLERN und CSU in den Wahlkampf,

  • FREIE WÄHLER und CSU streben für die künftige Stadtratsperiode eine Gestaltungsmehrheit an und wollen in einer Kooperation unsere Stadt voranbringen.

Dieser Schritt mag für manche überraschend kommen. Natürlich hätten wir auch die Möglichkeit gehabt, auf einen eigenen OB-Kandidaten zu setzen und eine Alternative zu Amtsinhaber Stefan Bosse aufzuzeigen. 

In diesen schwierigen Zeiten halten wir es aber für den richtigen Weg, unsere Kräfte zu bündeln: Mit Stefan Bosse, einem erfahrenen und auch krisenerprobten Oberbürgermeister und mir als Landespolitiker mit einer Führungsposition im Bayerischen Landtag sehen wir Kaufbeuren auf einem richtigen Weg. Deshalb wollen wir konsequent für eine weitere Amtszeit von Stefan Bosse an der Stadtspitze und eine Gestaltungsmehrheit von FREIEN WÄHLERN und CSU im künftigen Stadtratsgremium werben. 

Selbstverständlich treten FREIE WÄHLER und CSU aber mit getrennten Listen bei der Stadtratswahl an, wir kämpfen auch jeder für sich um den bestmöglichen Erfolg. Es bleibt auch dabei: FREIE WÄHLER und CSU haben zwar große Schnittmengen, sind aber nicht identisch und unterscheiden sich natürlich auch in einigen Punkten. Wir werden deshalb im Wahlkampf sowohl die Gemeinsamkeiten als auch die Unterschiede herausarbeiten und mit einem bestmöglichen Angebot an Kandidaten um ein herausragendes Wahlergebnis kämpfen.

Ich freue mich sehr, dass die Gespräche, die ich gemeinsam mit meinem Stadtratskollegen Peter Kempf und zuletzt auch Jons Menzel mit Stefan Bosse, Julia von Stillfried und Christian Sobl geführt habe, zielgerichtet und vertrauensvoll abgelaufen sind. Wir haben eine fachlich und menschlich gute Basis zur Zusammenarbeit. 

Ich will an dieser Stelle nicht verschweigen, dass es zwischen beiden Gruppierungen und auch zwischen handelnden Personen schon einmal Differenzen gab. Wir haben aber beide in den letzten Jahren gemerkt, dass wir uns deutlich angenähert haben und in vielen Punkten auch gemeinsame Erfolge feiern konnten. Ob Bundeswehr oder Stabilisierungshilfen des Freistaats – unsere gemeinsamen Bemühungen haben Früchte getragen! Das wollen wir in Zukunft verstärken.

Ich bitte euch um Verständnis dafür, dass wir den Prozess der letzten Monate nicht offen und transparent in die Mitgliedschaft hinein kommunizieren konnten. Die Gefahr wäre auf beiden Seiten zu groß gewesen, dass irgendetwas zur Unzeit nach außen dringt. Deshalb haben wir Fraktion und Vorstandschaft befragt und überwältigende Mehrheiten für diesen Weg bekommen. Auf dem gestern angesetzten „Sonderstammtisch“ in der Hellas Taverna habe ich die Erschienenen informiert. Die CSU hat dies heute Vormittag getan. Für all diejenigen, die gestern verhindert waren, möchte ich dies nun auch euch gegenüber nachholen und hoffe, dass auch ihr von unserem eingeschlagenen Weg überzeugt seid. 

Wir sind sicher: Diese Zusammenarbeit ist gut für unsere Stadt und für die FREIEN WÄHLER! Lasst uns gemeinsam engagiert für unsere Ziele und für ein tolles Ergebnis am 8. März 2026 kämpfen – für unsere Stadtratskandidaten genauso wie für unseren OB-Kandidaten Stefan Bosse!

Herzliche Grüße

Bernhard Pohl 

Die Freien Wähler Kaufbeuren bedanken sich bei allen Teilnehmern am Stammtisch und die guten Gespräche am 4. Juni!

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